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Fast jede Bank wirbt mit einem „kostenlosen Geschäftskonto“. In der Praxis zahlt trotzdem fast jeder etwas – für die sechste Überweisung, die Plastikkarte oder die Bargeldeinzahlung. In diesem Geschäftskonto-Vergleich schauen wir uns sieben Konten ohne Grundgebühr an, rechnen aus, was sie bei deinem Buchungsvolumen wirklich kosten, und sagen dir ehrlich, welches Konto zu welcher Art von Selbstständigkeit passt.
Kurz & klar
- Sieben Konten haben einen Tarif ohne monatliche Grundgebühr: N26 Business Standard, Vivid Business Free Start, FYRST Base, Qonto Starter, Kontist Free, Holvi Flex und Finom Solo.
- Bei vielen Überweisungen bleiben N26 und Vivid bei 0 €, weil sie keine Buchungsgebühren für Euro-Überweisungen verlangen (bei Vivid gilt das für ausgehende Überweisungen).
- Bargeld einzahlen kannst du vor allem bei FYRST (am Schalter von Deutscher Bank und Postbank) und bei N26 (über Partnerkassen) – jeweils gegen Gebühr.
- Die meisten Nulltarife gibt es nur für Einzelunternehmer und Freiberufler. Für UG und GmbH ist bei diesen Anbietern meist ein Bezahltarif nötig.
7Geschäftskonten ohne Grundgebühr im Vergleich (Stand September 2026)
Brauche ich überhaupt ein Geschäftskonto?
Die ehrliche Antwort hängt von deiner Rechtsform ab.
- Einzelunternehmer und Freiberufler sind gesetzlich nicht verpflichtet, ein separates Geschäftskonto zu führen. Trotzdem ist es fast immer sinnvoll: Viele Banken schließen in ihren Bedingungen aus, dass ein privates Girokonto geschäftlich genutzt wird. Und spätestens bei der ersten Steuererklärung merkst du, wie viel Zeit ein getrenntes Konto spart.
- UG und GmbH brauchen praktisch immer ein Geschäftskonto, weil das Stammkapital vor der Eintragung ins Handelsregister auf ein Konto der Gesellschaft eingezahlt und nachgewiesen werden muss.
Die 7 kostenlosen Geschäftskonten im Überblick
Alle Angaben beziehen sich auf den jeweils günstigsten Tarif ohne monatliche Grundgebühr. Sortiert nach den Kosten bei vielen Buchungen – nicht nach Provision.
Geschäftskonten ohne Grundgebühr (Stand September 2026)
| Anbieter | Grundgebühr | Freie Buchungen pro Monat | Danach je Buchung | Bargeld einzahlen | Besonders geeignet für | Link |
|---|---|---|---|---|---|---|
| N26 Business Standard Tipp bei vielen Buchungen | 0 € | SEPA-Überweisungen in Euro kostenlos | 0 € | ja, über Partnerkassen, gegen Gebühr | viele Überweisungen | Zum Anbieter* (Link folgt) |
| Vivid Business Free Start | 0 € | ausgehende SEPA- und Echtzeitüberweisungen kostenlos | 0 € (ausgehend) | nein, nur abheben | viele Zahlungen, auch Gesellschaften | Zum Anbieter* |
| FYRST Base Tipp bei Bargeld | 0 € | 50 | 0,19 € | ja, am Schalter von Deutscher Bank und Postbank, gegen Gebühr | Bargeld, Handwerk, Handel | Zum Anbieter* |
| Qonto Starter | 0 € | 5 | 0,20 € | nein, nur abheben | wenige Buchungen, späteres Wachstum | Zum Anbieter* (Link folgt) |
| Kontist Free Tipp für Freiberufler | 0 € | 5 | 0,25 € | nein, nur abheben | Freiberufler mit Fokus auf Steuerrücklage | Zum Anbieter* (Link folgt) |
| Holvi Flex | 0 € | keine | 0,25 € | nein, nur abheben | sehr wenige Buchungen, Auslandszahlungen | Zum Anbieter* (Link folgt) |
| Finom Solo | 0 € | 2.500 € Überweisungsvolumen | 0,30 % des Volumens darüber | nein, nur abheben | wenige, kleine Überweisungen | Zum Anbieter* (Link folgt) |
Grundgebühr: 0 €
Freie Buchungen pro Monat: SEPA-Überweisungen in Euro kostenlos
Danach je Buchung: 0 €
Bargeld einzahlen: ja, über Partnerkassen, gegen Gebühr
Besonders geeignet für: viele Überweisungen
Zum Anbieter* (Link folgt)Grundgebühr: 0 €
Freie Buchungen pro Monat: ausgehende SEPA- und Echtzeitüberweisungen kostenlos
Danach je Buchung: 0 € (ausgehend)
Bargeld einzahlen: nein, nur abheben
Besonders geeignet für: viele Zahlungen, auch Gesellschaften
Zum Anbieter*Grundgebühr: 0 €
Freie Buchungen pro Monat: 50
Danach je Buchung: 0,19 €
Bargeld einzahlen: ja, am Schalter von Deutscher Bank und Postbank, gegen Gebühr
Besonders geeignet für: Bargeld, Handwerk, Handel
Zum Anbieter*Grundgebühr: 0 €
Freie Buchungen pro Monat: 5
Danach je Buchung: 0,20 €
Bargeld einzahlen: nein, nur abheben
Besonders geeignet für: wenige Buchungen, späteres Wachstum
Zum Anbieter* (Link folgt)Grundgebühr: 0 €
Freie Buchungen pro Monat: 5
Danach je Buchung: 0,25 €
Bargeld einzahlen: nein, nur abheben
Besonders geeignet für: Freiberufler mit Fokus auf Steuerrücklage
Zum Anbieter* (Link folgt)Grundgebühr: 0 €
Freie Buchungen pro Monat: keine
Danach je Buchung: 0,25 €
Bargeld einzahlen: nein, nur abheben
Besonders geeignet für: sehr wenige Buchungen, Auslandszahlungen
Zum Anbieter* (Link folgt)Grundgebühr: 0 €
Freie Buchungen pro Monat: 2.500 € Überweisungsvolumen
Danach je Buchung: 0,30 % des Volumens darüber
Bargeld einzahlen: nein, nur abheben
Besonders geeignet für: wenige, kleine Überweisungen
Zum Anbieter* (Link folgt)Quelle: Handelsblatt-Vergleich kostenloser Geschäftskonten, Stand September 2026; Preise können sich ändern – maßgeblich ist das Preisverzeichnis des Anbieters.
Was „kostenlos“ wirklich kostet: der Rechenvergleich
Die Grundgebühr sagt wenig. Entscheidend ist, wie viele Überweisungen, Lastschriften und Zahlungseingänge du im Monat hast. Ein typischer Solo-Dienstleister kommt schnell auf 20 bis 40 Buchungen im Monat.
N26 Business Standard: 0,00 €; Vivid Business Free Start: 0,00 €; FYRST Base: 0,00 €; Qonto Starter: 5,00 €; Kontist Free: 6,25 €; Holvi Flex: 7,50 €; Finom Solo (5.000 € Volumen): 7,50 € Quelle: Eigene Berechnung auf Basis des Handelsblatt-Vergleichs, Stand September 2026. Bei Vivid sind ausgehende Überweisungen kostenlos.
Bei 30 Buchungen liegen alle Konten unter 10 € im Monat. Bei 100 Buchungen sieht das schon anders aus: Dann zahlst du bei Qonto Starter 19 €, bei Kontist Free 23,75 € und bei Holvi Flex 25 € – während N26 und Vivid bei 0 € bleiben und FYRST bei 9,50 € liegt. Spätestens dann lohnt oft ein Tarif mit mehr Inklusivleistungen oder ein Anbieterwechsel.
Was kostet dich dein Geschäftskonto?
Stell ein, wie viele Buchungen und wie viel Überweisungsvolumen du ungefähr im Monat hast. Der Rechner sortiert die Konten nach deinen tatsächlichen Kosten.
Nur für Finom relevant: Dort wird nach Volumen statt nach Anzahl abgerechnet.
- 1
N26 Business StandardFür dich am günstigsten
SEPA-Überweisungen in Euro kostenlos; Bargeldeinzahlung über Partnerkassen gegen Gebühr.
0,00 € / Monat
0,00 € / Jahr
Zum Anbieter* (Link folgt) - 2
Vivid Business Free Start
Ausgehende SEPA- und Echtzeitüberweisungen kostenlos.
0,00 € / Monat
0,00 € / Jahr
- 3
FYRST Base
50 Buchungen inklusive; Bargeld am Schalter von Deutscher Bank und Postbank gegen Gebühr.
0,00 € / Monat
0,00 € / Jahr
- 4
Qonto Starter
5 freie Buchungen, danach 0,20 €.
5,00 € / Monat
60,00 € / Jahr
Zum Anbieter* (Link folgt) - 5
Kontist Free
5 freie Buchungen, danach 0,25 €; automatische Steuerrücklage.
6,25 € / Monat
75,00 € / Jahr
Zum Anbieter* (Link folgt) - 6
Holvi Flex
Keine Freiposten, jede Buchung 0,25 €.
7,50 € / Monat
90,00 € / Jahr
Zum Anbieter* (Link folgt) - 7
Finom Solo
2.500 € Überweisungsvolumen frei, darüber 0,30 %.
7,50 € / Monat
90,00 € / Jahr
Zum Anbieter* (Link folgt)
Nur Buchungs- bzw. Volumengebühren der Nulltarife. Karten-, Bargeld- und Sondergebühren sind nicht enthalten. Stand: September 2026 – maßgeblich ist das Preisverzeichnis des Anbieters.
Worauf du beim Vergleich achten solltest
Neben dem Preis gibt es fünf Punkte, die im Alltag den Unterschied machen:
1. Deine Rechtsform
Die meisten Nulltarife stehen nur natürlichen Personen offen, also Einzelunternehmern und Freiberuflern. Wer eine UG oder GmbH gründet, braucht bei den meisten Anbietern einen kostenpflichtigen Tarif. Im aktuellen Handelsblatt-Vergleich akzeptiert von den sieben Nulltarifen nur Vivid auch Gesellschaften. Qonto bietet für Gesellschaften Tarife ab „Basic“ an und stellt die Einzahlungsbestätigung für das Stammkapital nach eigener Angabe innerhalb von 24 Stunden aus.
2. Bargeld
Wenn deine Kunden bar zahlen – im Handwerk, Einzelhandel oder in der Gastronomie –, brauchst du eine Einzahlungsmöglichkeit. Bei FYRST geht das am Schalter von Deutscher Bank und Postbank, bei N26 an Partnerkassen. Beides kostet eine Gebühr. Bei den übrigen Konten kannst du Bargeld nur abheben.
3. Buchhaltungs-Anbindung
Ein guter Kontoanschluss an deine Buchhaltungssoftware spart dir jede Woche Zeit. Achte darauf, dass dein Konto mit deinem Programm und mit DATEV beziehungsweise deiner Steuerberatung zusammenarbeitet. Welche Programme das gut können, zeigt unser Buchhaltungssoftware-Vergleich.
4. Unterkonten und Steuerrücklage
Unterkonten helfen dir, Geld für Steuern, Krankenkasse und Rücklagen sauber zu trennen. Kontist ist darauf spezialisiert und berechnet die Steuerrücklage automatisch. Vivid arbeitet mit sogenannten Pockets, Qonto mit Unterkonten.
5. Wer das Geld verwahrt
Nicht jedes Geschäftskonto wird von einer klassischen Bank geführt. Manche Anbieter sind Zahlungsinstitute oder arbeiten mit Partnerbanken. Bei Banken gilt die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €, bei Zahlungsinstituten wird das Kundengeld auf anderem Weg geschützt, zum Beispiel durch getrennte Verwahrung. Welches Institut hinter deinem Konto steht, findest du im Impressum und im Preis- und Leistungsverzeichnis. Qonto etwa ist ein von der französischen Aufsicht zugelassenes Zahlungsinstitut mit Zweigniederlassung in Berlin, Finom wird von einem Zahlungsinstitut aus den Niederlanden geführt, FYRST ist eine Marke aus der Deutsche-Bank-Gruppe.
Die Konten im Einzelnen
N26 Business Standard
Für Selbstständige mit vielen Überweisungen · 0 € Grundgebühr
- + Euro-Überweisungen ein- und ausgehend kostenlos
- + Bargeldeinzahlung über Partnerkassen möglich
- − Einzahlung von Bargeld kostet Gebühr
- − Verwahrentgelt bei sehr hohen Guthaben
Konditionen ansehen* (Link folgt)
Vivid Business Free Start
Für viele ausgehende Zahlungen – und als Nulltarif auch für Gesellschaften · 0 € Grundgebühr
- + Ausgehende SEPA- und Echtzeitüberweisungen kostenlos
- + Unterkonten (Pockets) zur Rücklagenbildung
- + Auch für Gesellschaften offen
- − Keine Bargeldeinzahlung
- − Mögliche Gebühr bei Inaktivität
FYRST Base
Für Handwerk, Handel und alle, die Bargeld einzahlen · 0 € Grundgebühr
- + 50 Buchungen im Monat inklusive
- + Bargeldeinzahlung am Schalter von Deutscher Bank und Postbank
- + Marke aus der Deutsche-Bank-Gruppe
- − Ab der 51. Buchung 0,19 € je Buchung
- − Bargeldeinzahlung gegen Gebühr
Qonto Starter
Für den Start mit wenigen Buchungen – und alle, die später wachsen wollen · 0 € Grundgebühr, danach 0,20 € je Buchung
- + Gute Anbindung an Buchhaltung und DATEV
- + Tarife wachsen mit, auch für UG und GmbH
- + Kontowechselservice
- − Nur 5 freie Buchungen im Starter-Tarif
- − Starter nur für Einzelunternehmer, Freiberufler und e. K.
Konditionen ansehen* (Link folgt)
Kontist Free
Für Freiberufler und Solo-Selbstständige, die ihre Steuern im Griff haben wollen · 0 € Grundgebühr
- + Automatische Berechnung der Steuerrücklage
- + Speziell für Solo-Selbstständige gebaut
- + Einfache Bedienung
- − Nur für Einzelunternehmer und Freiberufler
- − Nur 5 freie Buchungen, danach 0,25 €
Konditionen ansehen* (Link folgt)
Holvi Flex
Für sehr wenige Buchungen und gelegentliche Auslandszahlungen · 0 € Grundgebühr
- + Keine Grundgebühr
- + SWIFT-Zahlungen möglich
- + Rechnungs- und Ausgabenfunktionen integriert
- − Keine Freiposten, jede Buchung 0,25 €
- − Mögliche Gebühr bei Inaktivität
Konditionen ansehen* (Link folgt)
Finom Solo
Für wenige, eher kleine Überweisungen · 0 € Grundgebühr; Flex-Tarif 7 € netto / Monat
- + Abrechnung nach Volumen statt nach Anzahl
- + 2.500 € Überweisungsvolumen pro Monat frei
- + Bezahltarife auch für Gesellschaften
- − Über 2.500 € Volumen 0,30 % Gebühr
- − Bei größeren Beträgen schnell teurer als andere Nulltarife
Konditionen ansehen* (Link folgt)
Welches Geschäftskonto passt zu dir?
In 4 Fragen zum passenden Konto
- 1. Gründest du allein oder als Gesellschaft?
Allein (Einzelunternehmen, Freiberuf) stehen dir alle Nulltarife offen. Bei UG oder GmbH schau dir Vivid oder die Gesellschaftstarife von Qonto, FYRST und Finom an.
- 2. Zahlen deine Kunden bar?
Dann ist FYRST die naheliegende Wahl, alternativ N26.
- 3. Wie viele Buchungen hast du im Monat?
Unter 10 Buchungen ist fast jedes Konto kostenlos. Ab etwa 30 Buchungen liegen N26, Vivid und FYRST vorne.
- 4. Was ist dir im Alltag am wichtigsten?
Automatische Steuerrücklage spricht für Kontist, Wachstum und Buchhaltungsanbindung für Qonto, möglichst viele kostenlose Überweisungen für N26 oder Vivid.
So eröffnest du ein Geschäftskonto
Kontoeröffnung in 5 Schritten
- 1. Unterlagen bereitlegen
Personalausweis oder Reisepass, Smartphone für die Video-Identifizierung, bei Gesellschaften Gesellschaftsvertrag beziehungsweise Musterprotokoll und Angaben zu den Gesellschaftern.
- 2. Online-Antrag ausfüllen
Angaben zu dir, deiner Tätigkeit und der Rechtsform. Dauert meist 10 bis 20 Minuten.
- 3. Identität bestätigen
Per Video-Ident oder App-Ident. Halte gutes Licht und deinen Ausweis bereit.
- 4. Konto nutzen
Oft ist das Konto noch am selben oder am nächsten Werktag nutzbar. Die physische Karte kommt per Post.
- 5. Alles umstellen
Kontoverbindung auf Rechnungen, Website und bei Kunden ändern und das Konto mit deiner Buchhaltungssoftware verbinden.
Wie das Geschäftskonto in dein Startbudget passt und welche laufenden Kosten sonst noch auf dich zukommen, liest du im Ratgeber Was kostet eine Existenzgründung?.
Häufige Fragen
Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: September 2026. Dieser Artikel ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung.
Über die Autorin
Sina Riegel hat mehrfach selbst gegründet – mit einer UG, einer GmbH und nach einer Insolvenz noch einmal allein, ganz ohne Förderung. Heute begleitet sie als Gründungscoach Menschen auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Auf geld-impuls.de schreibt sie über das, was Gründen wirklich kostet: ohne Schönrechnerei und ohne Business-Geschwafel.